e noho rá aotearoa

15 02 2010

ort: christchurch nz
wetter: bewoelkt, 17 grad

ginger ist weg, heute morgen haben wir sie bei escape abgegeben. zugegeben, es war nicht ganz leicht, immerhin hatten wir hier in neuseeland eine atemberaubende, unvergessliche zeit mit ihr. und endlich konnte ich mal wieder staubsaugen. gluecklicherweise lasteten sie uns bei escape nichts an, keinen kratzer, und liessen uns wieder ziehen. nun sitzen wir hier und versuchen in worte zu fassen, was wir in den letzten wochen und den vergangenen 7041 kilometer strasse gesehen und erlebt haben, lassen die zeit nochmals revue passieren und koennen uns partout auf kein highlight einigen. es gab einfach zu viele. lonely planet schreibt sehr treffend:

“worte koennen dieser schier ausserirdischen schoenheit einfach nicht gerecht werden. aufrichtig freundliche einheimische strengen sich besonders an, damit die besucher sich willkommen fuehlen. dazu kommt eine lebendige maori-kultur – denn neuseeland wuerdigt und respektiert seine eingeborenen voelker. und jeder hat freue an der grossartigen natur, die alles umgibt, und jeder haelt sie in ehren. das wird eine reise fuers leben. wenn sie vorbei ist, bleiben erinnerungen an grossartige gastfreundschaft und an eine bunte mischung an outdoor-aktivitaeten. und sie wird niemals in vergessenheit geraten: die schoenheit der natur, die ihrem betrachter den atem raubt. eine einzige reise wird nicht genug sein…”

ob eine reise nicht genug sein wird, wissen wir jetzt nicht, was wir aber wissen ist, dass wir die gruenen wiesen, die wunderbar geformten huegel, die abertausenden von schafen, die wunderbaren waelder, berge, seen, klippen und das meer vermissen werden, die zweispurigen strassen, die highways genannt werden, die einspurigen bruecken (bis auf ein paar ganz wenige zweispurige), die einzigartige tierwelt, von den pukekos ueber wekas, tuis, keas, schwarzen schwaenen, enten, seehunden, pinguinen bis hin zu delphinen und vielen vielen mehr, die tausenden von kurven, huegeligen strassen, scharfen kurven, in denen man bis auf 25km/h runterbremsen musste, die wunderbar saftigen tomaten, die vulkane und gletscher, die interessierten und freundlichen menschen, die begeisterung fuer rugby, den wind, der so schnell geht wie er gekommen ist… einfach die schoenheit dieses landes.

hier noch die karte unserer route in neuseeland, gelb markiert einige der highlights unserer reise:


View Larger Map

und noch der link direkt zu den fotos von neuseeland

ein wenig zeit bleibt uns noch. ein letztes neuseelaendisches highlight stand uns am samstag noch bevor: die crusaders (rugby-team aus christchurch) spielten vor heimischem publikum gegen die highlanders (aus dunedin). eroeffnet wurde die saison mit reitern hoch zu ross, welche ueber die spielflaeche ritten, begleitet von musik. ploetzlich kam ein helikopter angeflogen und einige mann seilten sich aus luftiger hoehe aufs spielfeld ab. waehrend dem spiel selbst war das publikum ziemlich zurueckhaltend, nur bei treffern der jeweiligen mannschaft oder guten spielzuegen wurde laut mitgefiebert. gewonnen haben natuerlich die crusaders, 30:17 (die crusaders haben in den letzten 10 jahren fuenf mal den cup gewonnen).

die restlichen zwei tage hier werden wir mit aussortieren, packen, schlafen und etwas sightseeing verbringen.
am donnerstag in der frueh startet dann unser naechstes abenteuer: australien. wir freuen uns riesig darauf, denn wir werden nicht nur schwitzen im norden des landes, sondern auch besuch erhalten aus der schweiz! wir koennen es kaum erwarten, in zwei wochen mario und nomda am flughafen in broome begruessen zu koennen. ein tipp an euch beide: packt moeglichst wenig ein, es wird heiss (laut wetterbericht). und nomda, shoppen kann man bestimmt zu hauf.

sweet as, wir gruessen euch ganz herzlich ein letztes mal aus dem land der langen weissen wolke, aotearoa
tama und tamáhine





ein delphin namens hector

12 02 2010

ort: christchurch nz
wetter: etwas bewoelkt, gefuehlte 24 grad

das wetter war perfekt, ausser dass es etwas frisch wurde. gegen 20.30 uhr besammelten sich alle zuschauer fuer das grosse spektakel auf einer tribuene direkt am meer. erst wurden wir mit vielen interessanten infos ueber den kleinsten pinguin, den zwergpinguin oder hier blue penguin genannt, eingedeckt. danach hiess es warten. warten. wie wir bereits in kaikoura gelernt haben: patience is the king, geduld bringt rosen. und ploetzlich kam das erste floss angeschwommen. pinguine machen sich morgens immer in kleinen gruppen, sogenannten flossen, auf die futtersuche und in genau diesem floss kommen sie abends von ihrer futtersuche zurueck. die kleinen warteten also schon ungeduldig und bestimmt ziemlich hungrig vor ihren kleinen hoehlen, einige trauten sich sogar raus. bis die erste gruppe dann aber auch an land war, dauerte es nochmals einige minuten, immerhin mussten die sich erst mal etwas ausruhen von ihrer beschwerlichen futtersuche. wenn pinguine ihre jungen haben, muessen sie naemlich ungefaehr einen drittel ihres koerpergewichtes an futter suchen, um die kleinen durchzubringen. und das waehrend etwa acht wochen jeden tag. jedenfalls stand dann die erste gruppe oben auf der rampe und da fing das spektakel dann so richtig an. es war einfach unglaublich mitanzusehen, wie die ersten pinguine warteten, bis jeder von der gruppe den weg hinauf zur rampe geschafft hatte, nur damit dann alle zusammen den kurzen weg ueber die strasse gemeinsam gehen konnten. dann schluepften sie schnell durch die maschen des zaunes und jeder suchte sein junges (manchmal haben sie auch zwei). bald darauf kam bereits das naechste floss und wieder eines und noch eines… etwa 160 pinguine wurden auch heute abend wieder gezaehlt. ein absolutes highlight! da zwergpinguine sehr empfindliche augen haben, durfte man weder fotografieren noch filmen, ihr seid euch hier also eurer eigenen fantasie und unseren erzaehlungen ueberlassen. auf jeden fall war es einer der hoehepunkte unserer neuseeland-reise.

mt. cook oder auch aoraki genannt ist mit 3755m der hoechste berg australasiens. diesen haben wir nicht bestiegen sondern uns angesehen. und wir hatten wahnsinniges glueck, denn er zeigte sich uns in seiner vollen pracht. nach einer fahrt durchs hinterland sahen wir ihn schon von weitem. nachdem wir unser nachtlager auf einem doc-campingplatz aufgeschlagen hatten, setzte sich sogar noch die sonne durch und wir beschlossen, die gegend um den nationalpark noch etwas zu erkunden. in richtung hooker valley gings ueber eine haengebrucke, vorbei am mueller lake. da die sonne dann aber so sehr brannte, suchten wir schon bald wieder den schatten auf. am naechsten morgen war der himmel mal wieder etwas wolkenverhangen, was uns aber nicht davon abhielt, noch ein paar weitere kurze wanderungen zu machen, immer mit sicht auf den riesen aoraki. ein wirklich ueberwaeltigender anblick in einem wunderschoenen nationalpark.

wir verliessen das gebirge und tauschten es gegen meer. akaroa. eine halbinsel, christchurch vorgelagert, auf der sich die kleine franzoesische siedlung akaroa befindet, war unser naechstes und bald auch letztes ziel. und hier erwartete uns noch ein weiteres highlight: delphin schwimmen. in der bucht vor akaroa leben viele gruppen von hector-delphinen, welche ausschliesslich in neuseeland vorkommen. es handelt sich um eine der kleinsten und seltensten delphinarten der welt. da dieser delphin so gesellig ist, duerfen neugierige wie wir auch mit ihnen schwimmen gehen. im voraus hatten wir diesen trip bei blackcat gebucht und auf gutes wetter gehofft, und tatsaechlich, unsere stossgebete wurden erhoert und die wolken verzogen sich. zum glueck wusste ich nicht, dass das wasser hier gerade mal 14 grad warm ist, ich weiss nicht, ob ich mich sonst reingewagt haette. vor der eigentlichen tour wurden wir in langaermlige wetsuits gezwaengt, inklusive schuhen. danach gings aufs schiff, wir waren acht personen, umso besser, am telefon hatte mir die nette dame naemlich gesagt, wir waeren zehn. die erste gruppe von delphinen sichteten wir ziemlich rasch. da diese jedoch ein junges dabei hatten, durften wir nicht ins wasser. das kleine bleibt nach der geburt immer neben seiner mutter, welche ihr junges im abstand von drei bis fuenf minuten fuettert und dies waehrend sechs monaten. aus diesem grund duerfen solche gruppen nicht gestoert werden. kurze zeit spaeter sahen wir bereits die naechste gruppe, welche kein junges bei sich hatte. wir durften uns also ins wasser stuerzen. einmal im wasser, sollten wir singen, klatschen etc. um die delphine neugierig zu machen. einige sangen gar die deutsche nationalhymne. den delphinen schien das zu gefallen, denn sie schwammen immer wieder zwischen und neben uns durch. so ging das gut 40 minuten. laenger haette ich es wohl auch nicht mehr ausgehalten, ich spuerte meine finger kaum noch. doch mit einem laecheln auf dem gesicht fuhren wir zurueck an land. ein weiteres unvergessliches erlebnis!

unsere letzte station hier in neuseeland heisst chch, ausgeschrieben christchurch. hier verbringen wir nun unsere wenigen noch verbleibenden tagen mit rugbyspiel ansehen, ginger putzen, fotos auf cd brennen, noch etwas sightseeing, packen und abschied nehmen von diesem grossartigen land. schon jetzt ist fuer uns klar: dies war eine einzigartige reise in einem einzigartigen land. neuseeland, wir lieben dich!

bis bald wieder und ganz herzliche gruesse
highlander und crusader





der kleine mann im schwarzen frack

8 02 2010

ort: oamaru nz
wetter: sonne, etwa 23 grad

nachdem ich meinen kaefer besiegt hatte, konnten wir uns endlich wieder auf die weiterfahrt konzentrieren. wir verliessen unser krankendomizil invercargill und unser erstes ziel waren: die catlins. im reisefuehrer ist die rede von einer region mit abgelegenen waeldern, flora- und faunareichen buchten, herrlichen aussichten und schoenen straenden. kaum waren wir aus invercargill raus, luden wir wieder mal einen “stoeppler” auf. der neuseelaender begleitete uns auf dem weg durch wirklich wunderschoenen catlins und sah sich mit uns zusammen unter anderem den slope point (suedlichster punkt auf der suedinsel), die curio bay oder auch die purakaunui falls an. auf unserer fahrt erzaehlte er uns, dass er waehrend der letzten neun jahre der army gedient hatte und unter anderem auch ungefaehr ein jahr in afghanistan verbrachte. muede und voller neuer eindruecke kamen wir abends in dunedin an, wo wir ihn dann bei einer freundin absetzten. simon und ich liessen uns auf einem camping nieder.
den naechsten tag verbrachten wir mit stadtbesichtigung. neben dem beruehtem octagon von dunedin wollten wir uns natuerlich die laut guinness buch der rekorde steilste strasse der welt nicht entgehen lassen. eigentlich gingen wir davon aus, dass uns ein kurzer fussmarsch dort hinbringen wuerde. weit gefehlt. in bruetender hitze und total verschwitzt kamen wir nach gefuehlten zwei stunden (in wahrheit warens vielleicht 45 minuten) an unserem ziel an. und die strasse war wirklich steil. sehr steil.

ein highlight erwartete uns tags darauf auf der otago peninsula, eine halbinsel vor dunedin. auf dieser halbinsel leben neben albatrossen (die einzige, auf dem festland heimische kolonie weltweit) und seeloewen auch die yellow-eyed pinguine, eine der seltensten arten der welt. eine familie hat es sich hier zur aufgabe gemacht, ein pinguin-spital aufzubauen und sich hier um kranke und verletzte pinguine zu kuemmern. daneben haben sie neuen raum zur aufzucht von pinguinen geschaffen und brutstaetten gebaut. der gelbaugenpinguin verliert durch das vieh der bauern immer mehr von seinem natuerlichen lebensraum. in diesem conservation reserve soll dem einhalt geboten werden. waehrend einer 90minuetigen fuehrung erfuhren wir nicht nur sehr viel ueber das leben des pinguins, sondern konnten uns auch das spital ansehen und natuerlich die kleinen in freier wildbahn beobachten. im spital befinden sich zurzeit vier pinguine. einer davon wurde von barracudas uebel zugerichtet und wird nun aufgepaeppelt. eine wirklich sehr eindrueckliche und empfehlenswerte einrichtung, hinter der sehr viel leidenschaft steckt.
die albatrosse besuchten wir nicht, da wir nach unserer pinguin-tour ein paar trafen, welche enttaeuscht waren von dieser tour, da man die tiere nicht wirklich zu gesicht bekommt. so entschieden wir uns, zurueck in die stadt zu fahren und uns noch die ortseigene speights-bierbrauerei anzusehen. waere die tour noch nicht voll gewesen, waere das bestimmt toll geworden. dann eben morgen.

aus unserem badetag wurde nichts, die wolken verdichteten sich zunehmends und irgendwann schuettete es wie aus kuebeln. wieder mal einer der seltenen regentage. was nun? kino? kino. da wir nun schon von verschiedenen leuten gute kritik ueber den film avatar gehoert hatten und dieser ja nun sogar fuer einen oscar nominiert ist, sahen wir uns tatsaechlich avatar an. ein weiterer grund fuer diese entscheidung war auch, dass die sprache der avatare zu einem teil von maori uebernommen wurde und die pflanzenwelt auch sehr der neuseelaendischen gleicht. was fuer ein wunder, wenn die macher des films neuseelaender sind. wir waren, wir muessen es gestehen, nicht enttaeuscht. teilweise sogar begeistert. da wir zehn minuten vor schluss, also da wos spannend wurde, raus mussten, waeren wir sehr froh, wenn uns jemand den schluss erzaehlen kann. ueberlebt jack sully? bitte, wir wollens wissen!
warum wir so kurz vor schluss gingen? wir hatten in der speights brauerei reserviert. eine rund 45minuetige fuehrung fuehrte uns durch alle raeume der brauerei und zum schluss gabs natuerlich bier vom zapfhahn, soviel man wollte, jedoch hatten wir nur gerade 25 minuten zeit.

moeraki boulders. die rede ist hier von kugelfoermigen formationen, die vor millionen von jahren um kalksteinkristalle herum entstanden, die im tonstein eingelagert waren. ein sehr lohnenswerter stop auf der fahrt richtung oamaru. in oamaru werden wir eine nacht bleiben, um heute abend hoffentlich etwa 160 zwergpinguine zu sehen, wenn sie vom meer her an den strand watscheln.

in unserer letzten woche mit ginger (wir muessen sie wohl oder uebel naechsten montag abgeben) wollen wir sie nochmals zum schwitzen bringen (und uns natuerlich auch), es geht hoch hinaus, richtung mt. cook, dem hoechsten berg australasiens. dort werden wir hoffentlich ein paar schoene wanderungen unternehmen koennen, bevors dann freitag richtung christchurch geht.
bis dahin gruessen wir euch ganz herzlich
pingu und pinga

p.s. fotos zu diesem eintrag folgen spaeter, das internet hier war etwas zu langsam…





“…dafuer wirst du bezahlen…”

2 02 2010

ort: invercargill nz
wetter: im moment noch bedeckt, erwartet werden 23 grad

bungee jumping, fallschirm springen, jetboat fahren, rafting, drachenfliegen, skyswingen. wir waren in DER adrenalinhauptstadt neuseelands namens queenstown angekommen. ausprobiert haben wir von alledem: nichts. der groesste nervenkitzel bereitete uns an diesem ort der horrende preis fuer eine einmalige uebernachtung auf einem campingplatz, und das nur damit man wieder mal duschen kann. wir vertrieben uns die zeit in queenstown vorwiegend damit, im kleinen staedtchen herumzuschlendern, abends tennis zu schauen und leute zu beobachten. einmal brachte uns die seilbahn in schwindel erregende hoehen, von wo aus man einen wundervollen blick ueber den see hat. ausserdem goennten wir uns eine fahrt auf der sommerrodelbahn. da der campingplatz so teuer war, uebernachteten wir am zweiten abend auf einem parkplatz neben der riesigen skater-anlage. am naechsten morgen wurden wir sehr unsanft aus dem schlaf gerissen, irgendein ranger klopfte dermassen laut an unsere scheiben, dass diese fast zerbarst. er meinte, es sei verboten hier zu uebernachten und wir haetten nun fuenf minuten zeit um hier zu verschwinden. aus einem gemuetlichen fruehstueck wurde also nichts.

wir machten uns aus dem staub, richtung fiordland. unterwegs fruehstueckten wir in aller ruhe an einem see. nach einer wunderschoenen fahrt vorbei an fluessen und seen sahen wir dann das schild: fiordland nationalpark. wie waren wir doch gespannt auf den hochgelobten milford sound und was uns dort erwarten wuerde. tags zuvor reservierten wir uns fuer die erste morgentour einen platz auf einem schiff, das uns durch den milford sound fuehren wuerde. unser nachtlager schlugen wir auf einem kleinen doc-campingplatz an einem see auf, wunderschoen gelegen, umgeben von abermillionen von ekelhaften sandfliegen. es war fuenf uhr, als wir uns langsam ans kochen machen wollten. da geschah das unheil. einer von uns schloss alle tueren zu, der schluessel blieb drin, wir draussen (wer es war, das wird fuer immer unser geheimnis bleiben). der schock war erst mal riesig. alles war in unserer ginger eingeschlossen. wir suchten einen weg, irgendwie da wieder reinzukommen, aber es war aussichtslos. und eine eingeschlagene scheibe wuerde uns viel teurer zu stehen kommen. da es am lake gunn natuerlich keinen handyempfang gab, mussten wir per anhalter zum naechstgelegenen telefon kommen. von dort riefen wir escape an (zum glueck haben die eine gratisnummer, geld hatten wir naemlich keines dabei), die versprachen, jemanden zu schicken. nach einer guten stunde nahte unsere rettung. mit einem luftkissen und einem draht befreite er uns aus unserer misere. 100 dollar leichter kamen wir dann doch noch zu unserem nachtessen und mussten nicht draussen schlafen.

frueh morgens gings dann endlich los zum milford sound. nach einer wunderbaren fahrt ueber die einsamen strassen des fiordland nationalparks und durch einen der einzigen tunnels neuseeland waren wir da. das schiff fuehrte uns durch eine spektakulaere landschaft von riesigen bergen und tiefblauem wasser, ausserdem bekamen wir delphine und seeloewen zu gesicht. ein wirklich lohnenswerter ausflug. nach ein paar abstechern im fiordland nationalpark fahren wir der southern scenic route entlang bis nach invercargill. da roger heute im finale gegen murray spielt, hoffen wir hier ein pub zu finden, welches den match uebertraegt. das nachtessen kochen wir uns an einem strand, 10 kilometer ausserhalb der stadt. spaeter finden wir tatsaechlich ein pub, wo wir mit roger mitfiebern. ausser uns schauen zwei schotten den match, welche extra ihre kilts angezogen haben und nach der niederlage von murray tieftraurig in ihr bier schauten.

frueh klingelt uns der wecker aus dem bett. es geht nach stewart island. nach einer kurzen fahrt nach bluff stellen wir ginger dort auf einen bewachten parkplatz und checken fuer die faehre ein. die ueberfahrt dauert gerade mal eine stunde. und dann stehen wir endlich da, auf stewart island. nachdem wir unser gepaeck im hostel abgeladen haben, gehts gleich weiter. mit dem wassertaxi wollen wir auf ulva island, einer kleinen unbewohnten inse ohne strassen, auf der es nur voegel gibt. ratten wurden hier vor etwa zehn jahren alle ausgerottet. seitdem vermehren sich hier verschiedenste einheimische vogelarten, ein paradies fuer jeden ornithologen. neben wekas, miromiros, tuis, kakas und vielen anderen leben hier auch etwa 40 tagaktive kiwis. bis auf den kiwi haben wir fast alle voegel zu gesicht bekommen. ausserdem ist geplant, dass hier auch irgendwann kakapos ausgesetzt werden sollen (von denen gibt es mittlerweile wieder etwa 90, die meisten leben gleich neben stewart island auf codfish island, welche fuer uns aber nicht zugaenglich ist). dies war ein wirklich atemberaubender ausflug, ein absolutes highlight unserer bisherigen neuseeland-reise.
abends nahmen dann meine bauchkraempfe immer mehr zu und die nacht schien kein ende mehr zu nehmen.

nach einer furchtbaren nacht und keiner besserung in sicht statteten wir erst mal dem health medical centre einen besuch ab. in einer baracke kann man dort zwischen 10 und halb eins vorbei gehen und sich von einer krankenschwester medizinische ratschlaege geben lassen. in meinem fall handelte es sich um einen staemmig gebauten mann in gummistiefeln. er stellte mir ein paar fragen und verschrieb mir dann ein medikament. sein ratschlag: fuer die naechsten tage nichts essen. auf meine frage hin, ob ich denn wenigstens etwas reis essen koenne meinte er:”du hoerst mir nicht zu, ich sagte nichts essen. wenn du reis isst, dann wirst du dafuer bezahlen”. 10 dollar kostete mich diese konsultation. wir buchten die faehre zurueck nach bluff auf einen frueheren zeitpunkt um und verbrachten die restliche zeit im hostel.
da mir mein krankenpfleger das essen wie auch das weiterreisen strikte verbot, quartierten wir uns auf einem campingplatz in invercargill ein. die zweite nacht war nun bereits wesentlich ruhiger und langsam gehts aufwaerts. nur hab ich langsam vom ewigen cola- und wassertrinken extrem hunger. ich will aber nicht fuer meine gelueste bezahlen und wart wohl noch ein weilchen mit fester nahrung, bis dieser kaefer sich aus dem staub gemacht hat. wir hoffen nun, dass es morgen soweit wieder gut ist, dass wir uns auf den weg richtung catlins und dunedin machen koennen. am freitag beginnt der seven nations cup und den wuerden wir uns gerne in einem pub in dunedin ansehen.

wir senden euch ganz liebe gruesse
stewart island brown simon und von kartoffelgratin traumende miriam





rendezvous mit franz josef und rob roy

27 01 2010

ort: wanaka nz
wetter: sonne satt, etwas windig, bestimmt 25 grad

letzten mittwoch brachte uns die bluebridge ferry innerhalb von knapp drei stunden von wellington nach picton, dem tor zur suedinsel. nachdem wir beide bei wind und wetter fast die gesamten drei stunden auf der reeling ausgeharrt hatten, wurden wir noch mit einer gruppe delphinen belohnt. in picton angekommen, beschlossen wir, gleich richtung abel tasman nationalpark zu fahren. ueber den queen charlotte drive gelangten wir nach port motueka, einem kleinen ort am strand. dort naechtigten wir mit einigen anderen campern auf einem parkplatz. da es die gesamte nacht stark regnete, gingen wir erst mal unsere vorraete auffuellen. die wolken lichteten sich, wir nutzten die gelegenheit und fuhren bis zum farewell spit (googeln lohnt sich). nach diesem tollen ausflug auf diese riesige sandduene nutzten wir nochmals die gelegenheit, gratis zu uebernachten und fuhren auf den parkplatz zurueck.

vielen dank fuers daumen druecken! am naechsten morgen schien die sonne als haette sie nie etwas anderes getan, also schnell zum abel tasman. bei  grillengezirpe und vogelgezwitscher sind wir durch die waelder gewandert. leider haben wir keine delphine gesehen, dafuer aber wunderschoene straende. in dem moment, als wir wieder bei ginger ankamen, beganns zu regnen. es goss wie aus kuebeln, so dass wir bis nach nelson fuhren, um auf einem campingplatz wenigstens im trockenen kochen zu koennen.

ein richtig frisch gebackenes brot erstanden wir uns am naechsten morgen auf dem woechentlichen markt von nelson. des weiteren goennte sich simon eine massage aufgrund einer verspannung. weiter gings dann richtung kaikoura, worauf wir uns beide sehr freuten, was auch seinen grund hatte: whale watching. kaikoura ist beruehmt dafuer, das ganze jahr ueber wale vor der kueste zu haben. und nicht nur das, daneben gibt es auch sehr viele delphine, albatrosse und seehunde. und diese zuhauf. schon bevor wir ueberhaupt in kaikoura ankamen, lagen haufenweise seehunde mit ihren jungen vor der kueste. die kleinen tollten herum und rutschten immer wieder von den felsen runter bei ihren versuchen, sie zu erklimmen, waehrend die grossen friedlich doesend daneben lagen, ein naturspektakel! unser erster stop in kaikoura war dann auch die gesellschaft, welche die whale watching trips durchfuehrt. uns blieben fuer sonntag noch zwei zeiten: morgens um viertel vor 7 und nachmittags um halb 4. und das bei 16! trips taeglich. fuer welche uhrzeit wir uns wohl entschieden?

um kurz nach halb 6 standen wir auf. nachdem es in der nacht immer wieder regnete, hoerte es auf, sobald wir die tuer oeffneten. wieder einmal waren die wettergoetter auf unserer seite. wir kamen zudem in den genuss eines wunderschoenen sonnenaufgangs. das konnte nur gutes verheissen. etwas nervoes waren wir schon, wuerden wir einen wal sehen? als wir beim whale watching zentrum ankamen, gabs erst mal einen film ueber wale sowie eine einfuehrung in die sicherheitsvorkehrungen auf einem schiff, alles total professionell. danach gings mit dem bus zum hafen und von dort endlich aufs schiff. einer der crew war fuer die unterhaltung auf dem schiff sowie fuer recht und ordnung zustaendig. mittels bildschirmpraesentation zeigte er uns auf, wo wir uns befanden, wie tief es war etc. zudem lieferte er sehr viele interessante informationen ueber die wale in kaikoura. dann hielt das schiff zum ersten mal an, der kapitaen stieg aus und versuchte mit dem hydraphon wale ausfindig zu machen. nichts. das ging noch zwei mal so weiter und dann hoerte er endlich etwas. wir durften alle raus und warten. warten. warten. da pottwale nur alle paar stunden auftauchen muessen um luft zu holen, hiess es geduld zu haben. und ploetzlich war er da. vor unserem schiff tauchte er auf. der pottwal. atmete ein und aus. nach gut zehn minuten hiess es dann, finger auf dem ausloeser lassen und abdruecken, in wenigen sekunden wuerde der wal wieder fuer ein paar stunden verschwinden. und weg war er. was fuer ein schauspiel! die investition von 145 dollar und frueh aufstehen hat sich gelohnt. daneben haben wir noch seltene southern right whale delphine gesehen sowie einen albatros. gluecklich kamen wir an land an. kurzentschlossen aenderten wir unsere plaene und fuhren einmal quer durch die mitte auf die andere seite der insel an die westkueste, zu den pancakes. dieser kuestenabschnitt sieht so aus, als haette jemand pfannkuchen aufeinander gestapelt, was diesen felsen den namen verleiht. auf einem der parkplaetze bekamen wir ein weka zu gesicht, welches so hungrig war, dass es den von uns zu verfruehtem lebensende verholfenen spatzen vorne wegkratzen wollte. aprikosen mochte es lieber.

gespannt waren wir. da gabs den kaiser franz josef, welcher einem der bekanntesten gletscher der welt seinen namen verleiht: der franz josef gletscher. wir fuhren der kueste entlang, durch regenwald, aber es waren weder schneebedeckte noch sonst gletscheraehndliche berge zu sehen. nur bewaldete huegel. und auf einem schild stand da  noch 11km bis zum franzl. ob die sich getaeuscht hatten? nein, inmitten von bewaldeten huegeln in kuestennahe tauchte er auf. da wir in kaikoura bereits einiges an geld ausgegeben hatten, verzichteten wir hier auf eine teure tour und begaben uns selber auf den weg zum franz josef. was fuer ein majestaetischer anblick. nicht minder schoen und beeindruckend war der nur wenige kilometer entfernte fox gletscher. einfach ueberwaeltigend.

nach diesen ueberwaeltigenden naturspektakeln in den letzten tagen benoetigten wir wieder mal etwas ruhe. wir fuhren weiter suedlich auf der suedinsel, richtung wanaka. hier wollten wir etwas entspannen, ausruhen und uns bereit machen fuer neue schoene erlebnisse. mit zwei deutschen, die uns seit ein paar tagen verfolgen, feierten wir des einen geburtstag. und dann gabs da auch wieder einen gletscher, den rob roy. wir konnten es nicht lassen und schluepften in unsere trekkingschuhe (fuer etwas haben die wir schliesslich gekauft). nach gut zwei stunden hatten wir das ziel erreicht, den eindruecklinen rob roy gletscher im mt. aspiring nationalpark. endlich endlich bekamen wir hier auch keas zu sehen, und das zuhauf, ein tolles erlebnis! unsere naechste station wird dann wohl queenstown sein.

ganz herzliche, sonnige gruesse zu euch!
I Kea und Miss Glacier








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