hoellenschlund

19 05 2010

ort: kampot
wetter: die hitze haelt an

nach der sehr eindruecklichen und interessanten zeit in battambang verabschieden wir uns von coco und fahren weiter, richtung hoellenschlund, besser bekannt unter dem namen phnom penh. die hauptstadt kambodschas gilt als kriminell, als gefaehrlich, als fuer touristen sehr unsichere stadt, als stadt, in der man um sein leben bangen muss. taschen werden von mopedfahrern geklaut, weisse werden in der nacht mit messern bedroht und ausgeraubt und schlimmeres. ziemlich gespannt kommen wir an. was uns hier wohl alles zustossen wird? werden wir hier wieder heil raus kommen?

wir sahen in phnom penh dann tatsaechlich dem teufel ins gesicht, in die tiefsten abgruende der menschheit hinein. da wir uns seit der ankunft in kambodscha mit der geschichte des landes auseinandergesetzt haben, wollen wir uns hier auch zwei orte des schreckens ansehen: die killing fields und das s-21. auf den killing fields fand man nach der entmachtung pol pots unzaehlige massengraeber, hier wurden tausende von menschen zu tode gefoltert. heute steht hier eine gedaechtnis-stupa, in welchem die gefundenen schaedel, knochen und kleider zur erinnerung aufbewahrt werden. das s-21 war frueher einmal eine schule, unter der regierung pol pots wurde es zu einem gefaengnis umfunktioniert, in welchem menschen ebenfalls gefoltert und zu tode gequaelt wurden. dank der unertraeglichen hitze, der unglaublichen grausamkeit dieser orte und der omnipraesenz von weissen sexgrueseln verliessen wir phnom penh ziemlich schnell wieder.

kampot. eine kleine stadt an einem fluss mit alten franzoesischen villen. dies war unser naechster stop. in der naehe von kampot liegt auch der bokor nationalpark. diesen haben wir aber aufgrund der hitze, ja, wegen der hitze, nicht besucht. man haette naemlich mindestens vier stunden gehen muessen. und das bei etwa 38 grad. also, das rechtfertigt unsere entscheidung. dafuer haben wir uns eine pfefferplantage, ein fischerdorf, eine salzgewinnungsanlage und die kleine stadt kep angesehen. und wir haben uns wiederholt von blinden menschen massieren lassen. dies tat nicht nur unseren vom schweren rucksack tragenden ruecken gut, sondern erhaelt auch die arbeitsplaetze der blinden masseure.

tropisch wurde es dann auf koh tonsay, besser bekannt unter dem namen rabbit island. die kleine insel liegt ein paar kilometer suedlich von kep und beherbergt alles, was wir uns unter tropischem paradies vorstellen: kleine bungalows, klares wasser (das haette statt 28 grad gerne 23 grad sein duerfen), palmenkletterer und: fast keine touristen. wir waren umgeben von einheimischen, die alle als erstes eine haengematte aufspannten (wichtigstes utensil der kambodschaner). ja, hier koennte man es aushalten. wenn man das mag. uns wurde es nach ein paar stunden zu langweilig. deshalb machten wir uns auf in ein neues abenteuer, auf in ein neues land. wohin? davon gibts beim naechsten mal mehr.

schwitzige gruesse (es gibt also orte auf dieser welt, an denen es nicht 8 grad kalt ist und nur regnet…)

lady und mister





es ist ein junge

9 05 2010

ort: phnom penh
wetter: t-shirt ist nach zwei minuten draussen durchgeschwitzt

aus aktuellem anlass wuenschen wir erst einmal allen mamis, allen voran natuerlich unseren beiden, einen wunderschoenen muttertag!

eigentlich sind wir aus zwei grueden nach battambang gefahren: erstens weil man dort angeblich das visum fuer vietnam innerhalb kuerzester zeit und ziemlich guenstig bekommt und zweitens weil man ausserhalb der stadt noch das urspruengliche, laendliche kambodscha zu sehen bekommt. die sache mit dem visum stellte sich als korrekt heraus. innert gut 30 minuten war die sache erledigt, das visum im pass drin und wir 40 dollar los. coco, unser guide fuer den nachmittag, wollte uns nun also das laendliche kambodscha mit seinem tuk tuk zeigen. und hier nahm die geschichte ihren lauf…

von 1975 bis ende des jahres 1978 regierten die roten khmer mit pol pots an deren spitze ueber kambodscha. das ziel war, das land in eine art agrarkommunismus zu ueberfuehren. die folgen waren verheerend: unter dem terrorregime pol pots starben schaetungsweise 1.4 bis 2.2 millionen menschen, an den direkten oder indirekten folgen. noch heute leiden die menschen unter den folgen dieses regimes, kaum ein kambodschaner weint nicht um einen verlorenen familienangehoerigen. so auch coco, dessen grosseltern sowie tante und onkel waehrend dieser zeit ums leben kamen. nur schon das wissen, was dieses volk alles erlebt hat, stimmt uns hier in kambodscha immer wieder sehr nachdenklich und erschuettert uns auch zutiefst. umso unfassbarer ist es fuer uns, wie unglaublich freundlich die menschen hier sind und mit welcher herzlichkeit wir ueberall empfangen werden.
coco fuhr mit uns zu drei verschiedenen doerfern: dem ricepaper-village, in welchem nur ricepaper fuer fruehlingsrollen hergestellt wird, dem fischpasten-village und dem bambusreiscake-village. dabei erfuhren wir von coco unglaublich viele dinge ueber das leben der kambodschaner und auch ueber sein eigenes leben. da der nachmittag mit ihm dermassen eindruecklich war, wollten wir am naechsten tag nochmals mit ihm aufs land fahren.

nach einem khmer-kochkurs im smokin’pot, wo wir nach einem interessanten marktbesuch in die geheimnisse der khmer kueche eingefuehrt wurden, holte coco uns puenktlich ab. da er das tuktuk mit seinem onkel teilt und dieser noch unterwegs war, warteten wir eine gute stunde. gut nach 17 uhr gings dann los und wir besichtigten erst den bamboo-train, ein kleiner zug, mit welchem allerlei dinge von einem dorf zum naechsten transportiert werden. danach gings raus zu den hoehlen, wo wir einerseits eine fledermaus-armee beim ausschwaermen beobachten konnten und andererseits zeugen eines wunderschoenen sonnenuntergang wurden. immer wieder erzaehlte uns coco dinge ueber die lebenweisen der kambodschaner, so erfuhren wir auch, dass seine eltern bis heute keinen strom haben und in einer einfachen holzhuette leben. coco selbst ist in die stadt zu seinem onkel und dessen familie gezogen, damit er geld fuers studium verdienen kann. seine eltern koennen ihn nicht unterstuetzen, da sie zu hause fuenf weitere kinder haben. er studiert im ersten semester tourismus und traeumt davon, nach seinem studium genug geld zu verdienen, um spaeter seiner eigenen familie ein gutes leben zu ermoeglichen. da er aber sowohl seine eltern finanziell unterstuetzen will und seinem onkel und dessen familie auch immer mal wieder etwas geld gibt (fuers wohnen, essen, tuktuk etc.), steht es auf der kippe, ob er ueberhaupt genug geld fuers naechste semester zusammen bekommt. wir lernten coco in diesen beiden tagen als einen menschen mit einem riesengrossen herz kennen, der seine ganze energie darin verwendet, seine familie zu unterstuetzen und nebenbei noch zu studieren versucht. es war fuer uns etwas beschaemend zu erfahren, dass ihm noch gut 60 dollar fuers naechste semester fehlen. fuer uns war ziemlich schnell klar: jetzt und hier wollen WIR jemanden unterstuetzen, der das geld wirklich noetig hat. wir teilten ihm bei einem bier mit, dass wir ihm fuer die naechsten vier jahre finanziell unter die arme greifen wollen, damit er sein studium abschliessen kann. mit traenen in den augen bedankte er sich bei uns, konnte sein glueck kaum fassen. der eine oder andere mag vielleicht denken, wir seien naiv. seit mehr als vier monaten haben wir jedoch die moeglichkeit, soviele unglaubliche dinge auf dieser welt zu sehen, jetzt ist es an der zeit, etwas zurueck zu geben. wir hatten das glueck, die besten familien der welt zu haben, wurden immer unterstuetzt und koennen uns nicht vorstellen, was es heisst, keinen strom zu haben, mit fuenf geschwistern und den eltern in einer kleinen huette zu wohnen, keine ausreichenden sanitaeren anlagen zu haben… wer uns in unserem vorhaben unterstuetzen moechte, darf sich gerne bei uns melden, coco wird sich freuen.

liebe gruesse aus phnom penh
amok und lok lak





angkor what?

5 05 2010

ort: siem reap
wetter: sonnig, 40 grad

wir hatten halbwegs glueck, wir bekamen im bus von vientiane nach pakse plaetze zugeteilt, auf welchen wir doch tatsaechlich so etwas wie liegen konnten (hier war ich mal wieder froh um meine kurzen beine…). jedoch lagen neben uns zwei damen amerikanischer herkunft, die in ihrem redefluss einfach nicht zu bremsen waren und in ihrer lautstaerke den gesamten bus unterhielten. irgenwann kam der sandmann dann auch bei ihnen noch vorbei. weniger als mehr erholt kamen wir in pakse an. pakse an sich hat nicht wirklich viel zu bieten, die umgebung jedoch ist uebersaet von kaffee- und teeplantagen. auf einem roller wollten wir uns dies ansehen, wurden leider von einem gewitter ueberrascht, so dass wir nicht viel davon sahen.

ein paar kilometer weiter suedlich von pakse liegen die 4000 islands, ein haufen kleiner inseln, im mekong verteilt. ausser einer traumhaften landschaft lebt hier ein einzigartiges tier, das wir natuerlich sehen wollten. don det hiess also unser letzter stop in laos. mit einem fahrrad erkundeten wir die kleine insel (auf der es seit zehn jahren strom gibt) sowie die nachbarsinsel, don khon. total verschwitzt erreichten wir den untersten zipfel der kleinen insel. auf einem longtail-boot machten wir uns auf die suche nach den einzigartigen suesswasserdelphine (irrawaddy), von denen es laut wwf in laos noch etwa 30 stueck gibt und in kambodscha deren 70. nach kurzer zeit tauchten sie tatsaechlich auf. ein highlight, diese kreaturen noch lebend zu sehen.

nun hiess es, laos adieu zu sagen, auf in neue abenteuer. mit der faehre gings um 8 uhr morgens zurueck aufs festland, von dort mit dem bus bis zur kambodschanischen grenze. die laoten wollten erst mal zwei dollar fuer den ausreisestempel, danach durften wir mit unserem gepaeck ueber die grenze gehen, dann knoepften sie uns einen dollar fuers fieber messen ab und zum schluss nochmals einen dollar fuer den einreisestempel, herzlich willkommen in kambodscha. bis alle von unserem bus das ganze prozedere hinter sich gebracht hatten, dauerte es bestimmt eine stunde. danach waeren wir eigentlich abfahrbereit gewesen. aber unser busfahrer nicht. der wollte erst mal schlafen. gute zwei stunden durften wir in der hitze darauf warten, bis der fahrer sich bequemte, endlich loszufahren. da war uns schon klar, dass wir nie und nimmer um 22 uhr in siem reap sein wuerden. irgendwann meinte einer, wenn wir drei dollar mehr zahlen wuerden, koennten wir einen schnelleren bus nehmen, unser bus waere erst gegen halb zwei uhr in siem reap, der andere um zehn uhr. das klingt ja verlockend, nicht? dachten sich auch alle anderen touris, die nach siem reap wollten und bezahlten die drei dollar. wann wir in siem reap angekommen sind? um ein uhr nachts. gluecklicherweise wurde einer geschickt, der von skuon bis nach siem reap im bus mitfuhr und ein guesthouse wusste, welches billig ist und noch offen hat. der busbahnhof in siem reap: dunkel, klein. es hatte gerade mal genug tuktuks fuer alle touris. und der eine oder andere ahnt: sie alle wollten uns zum selben guesthouse bringen. wir, total erschoepft, nach schlaf lechzend, liessen dies mehr oder weniger mit uns geschehen und fielen im guesthouse der tuktuk/guesthouse-mafia ins bett. ja, wir sind in kambodscha angekommen.

als erstes checkten wir am naechsten morgen aus. natuerlich wollten sie uns ein anderes guesthouse empfehlen. nur durch eine notluege sind wir entkommen. was aber macht man in siem reap? sich einen traum erfuellen und einmal im leben vor den tempeln von angkor wat stehen (nochmals ganz herzlichen dank an die sponsorin dieses einmaligen erlebnisses, danke simone!). es war wirklich ueberwaeltigend, vor diesem meisterwerk der baukunst zu stehen, ein unglaublicher anblick.

um mal wieder etwas gutes zu tun, beschlossen wir, im kinderkrankenhaus von beat richner, im kantha bopha, blut spenden zu gehen. neben einem sack voller geschenke (t-shirt, crakcer, kleber, flyer) bekamen wir eisen- und multivitamintabletten fuer sieben tage, eine cola und sie wollten noch ein foto von uns schiessen.

da wir ein ticket fuer drei tage angkor geloest hatten, ging die fahrt am naechsten tag wieder zu den tempeln. was uns beide wirklich ziemlich sprachlos hat dastehen lassen, waren die tempel von angkor thom(bayon) und dem von baeumen ueberwachsenen ta prohm. morgen werden wir uns noch banteay srei ansehen, danach brauchen wir mal eine tempel-pause. wir sind auf jeden fall sehr gespannt darauf, was uns hier in kambodscha noch alles erwartet.

wir melden uns wieder mit neuen abenteuern. bis dahin hinterlassen wir euch liebe gruesse

angkor und thom








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